Prof. Dr. Heiner Willenberg (em.)

Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Universität Hamburg - Fachbereich Erziehungswissenschaft

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Allgemeine Schwerpunkte:  Leseforschung, Wortschatz, Kommunikation, Empirie in der Deutschdidaktik

Zusammenfassend kann man sagen, Schwerpunkt meiner Arbeit war die empirische Begründung der Deutschdidaktik. 

< Zunächst über vielerlei Transkripte und Interpretationen realer Schustunden. Zentral dann 1987 mit fünf Kollegen/innen darzustellen, wie sich das kognitive Verstehen literarischer Texte von der 5. bis zur 12. Klasse entwickelt (Zur Psychologie des Literaturunterrichts). 

< Später als Höhepunkt meine Teilnahme an der empirischen Großuntersuchung DESI, dort u.a. die Testung der (defizitären) Wortschatzfähigkeiten von Neuntklässlern und die Entwicklung eines benutzbaren Stufenmodell des Leseverstehens (Kompetenzhandbuch für den Deutschunterricht, 2007), für das es eine Grundlegung aus der Sicht der Neuropsychologie gegeben hat (Lesen und Lernen, 1999). 

< Nach der universitären Zeit noch ein Buch über „Gelungene Gespräche“ (2019).


  Das DESI-Projekt ( 2002-2006). Nähere Beschreibung im gleichnamigen Kapitel.

Vier Bücher waren direkt dazu oder in der Weiterarbeit erschienen. Siehe Publikationen.

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Hier werden die neuesten Publikationen dargestellt:


2023

 Das Raschmodell für die Deutschdidaktik

Man fühlt sich an Friedrich Karl Waechters Karikatur erinnert: "Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein" (1978), wenn es um den Kompetenzbegriff geht. Seit über zwei Jahrzehnten stellen die großen Forschungsprojekte angefangen mit PISA und weiter mit IGLU, DESI und den Arbeiten des IQB vielfältige Kompetenzstufungen vor, die das Raschmodell benutzen und die damit zum Standard geworden sind - nur in den deutschdidaktischen Forschungen, die unabhängig von diesen Großprojekten arbeiten, taucht diese Verfahrensweise praktisch nicht auf.

Aus diesem Grund habe ich eine Einführung in das Raschmodell geschrieben, das mit dem leicht benutzbaren Computerprogramm „Winsteps“ aktiviert werden kann - dem absoluten Standard in der gesamten englischsprachigen pädagogischen Forschung.

In der Hoffnung, dass bei dem einen oder der anderen in der Deutschdidaktik ein Funke überspringt! Siehe das Raschmodell

2022

Meine beiden Artikel im Band "Wortschatzarbeit“ (DTP 7, Hrsg. Inge Pohl und Winfried Ulrich) habe ich völlig neu bearbeitet (der gesamte Band ist nach elf Jahren durchgehend aktualisiert worden). 

"Der Blick auf die Wortschatztests in der Schule zeigt ein ernüchterndes Ergebnis: Der einzige Lichtblick kommt mit dem Grazer Wortschatztest aus Österreich." Alle anderen Verfahren sind sehr karg, nicht auf dem Markt, sind nicht zur Reife gebracht oder gelten erst ab 16 Jahren.

"Nötig wäre es jedoch, mit theoretisch begründeten raschskalierten Tests fundierte Kompetenzstufen für den Wortschatz zu erfassen.“ (581 f.) Das heißt, das Raschmodell, eine Methode der Item Response Theorie, für die Testung anzuwenden.

Über die Curricula heißt die Zusammenfassung: "Es gab im letzten Jahrzehnt eine deutliche Bewegung beim Thema Wortschatz in den Lehrplänen: Die Hälfte der Lehrplankommissionen beschäftigt sich aufgeschlossen bis intensiv damit. [...] Die andere Hälfte kennt zwar auch das Stichwort, zieht aber lediglich standardisierte Formulierungen aus dem Zettelkasten." (572)

2019 erschien

Gelungene Gespräche

Beispiele für eine bewusstere Kommunikation


In dem Buch werden 33 Transkripte behutsam und nachvollziehbar gedeutet: So kann sich beim Leser zunächst ganz konkret ein Gespür für gelungene Gespräche entwickeln. In die Interpretationen verwoben sind sprachliche Einsichten, auch kognitionspsychologische und schließlich neue Einblicke der Gehirnforschung. So steht am Ende die Frage: Gespräche verbinden Menschen? Antwort: Ja, in guten Gesprächen sehr tiefgehend.

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Ein wichtiger wissenschaftlicher Artikel des Jahres 2014 wird  hier vorgestellt:

Zusammen mit Hanno Frey:

Lehrkraft - Text - Schülerleistungen: konkret

Der Artikel fordert, dass didaktische Forschung immer die drei wesentlichen Aspekte des Unterrichts miteinander verbinden muss:  Textpartitur - Lehrer-verhalten (v.a. Aufgaben) -  Schüleraussagen. Und er zeigt an einem Gedicht, das in zwei Varianten unterrichtet wurde, wie sich vertieftes kognitives Textverstehen und subjektive Nähe der Leser beobachten und dann besser miteinander verbinden lassen, wenn die Textpartitur komplex genug ist, die Aufgaben bewusst variiert werden und die Schüleraussagen als "Sprungbrett" genommen werden.

 

 Ein Vortrag über eine empirische Verbindung von Unterrichtsmethoden, Textdeutungen und Stufen des Schülerverstehens in der Universität Bremen, den diese ins Netz gestellt hat: Empirische Unterrichtsforschung in der Masterthesis - aber wie? Transkripte aus dem Leseunterricht

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Eine  Publikation aus der "nachempirischen"  Zeit findet sich unter dem  Stichwort: "Hanseausstellung"

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Weiteres aus der nachuniversitären Zeit

Im Dezember 2012 Auszeichnung mit der Ehrenamtsurkunde der Stadt Lüneburg zusammen mit meiner Frau (hinter mir) für unsere Arbeit zur Leseförderung im Mentorverein, ganz links Bürgermeister Meihsies.

Ehrenamt

Foto: Stadt Lüneburg












 

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